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Shapen ist eine Form des Erlernens von neuen Verhaltensweisen. Dabei geht es darum, dass der Hund die einzelnen Teilschritte, welche zu einem neuen Verhalten oder Trick führen belohnt.

Hier zuerst einmal ein Beispiel zum Shapen: Wir möchten, dass der Hund einen Deckel/Teppich mit einer oder zwei Vorderpfoten gezielt berührt.

Zuerst die Vorbereitungen:

Clicker: ein Knackfrosch, der ein markantes Geräusch macht, alternativ kann man auch ein Markerwort verwenden. Ein Markerwort kann z.B. "fein!" sein. Der Hund muss den Clicker noch nicht kennen.

Leckerlie: die Leckerlie sollten gut zugänglich in einem Kübel oder offenen Beutel bereitstehen. Am besten nimmt man auch gleich mehrere (5-10) Leckerlies in die Hand, die man nach einander einzeln aus der Hand geben kann. Die Leckerlies sollten dem Hund natürlich sehr gut schmecken, dafür eignen sich je nach Hund Trockenfutter, Käse, Wurst usw.

Deckel/Teppich: er wird hingelegt, wenn die Übung beginnt und danach wieder weggeräumt.

Hundeführer: am besten sitzt man auf dem Boden. Da ist man selber ruhiger, hat mehr Geduld und sieht genauer was der Hund tut.

Belohnung: Ein einzelnes Leckerchen wird gegeben.

Jackpot: Wenn der Hund etwas besonders gut gemacht hat, bekommt er einen Jackpot. Das bedeutet, man lobt freudig verbal und gibt gleich mehrere Leckerlies (ca. 3-8).

Und Action:

  1. Der Deckel/Teppich wird auf den Boden gelegt.
  2. Jeder Blick in Richtung Deckel/Teppich wird geclickt und ein Leckerlie wird dem Hund vor die Nase gelegt.
  3. Mit dem Leckerlie wird NICHT gelockt. Das heisst das Leckerlie wird zunächst nach dem Click gut sichtbar vor dem Hund auf den Boden gelegt. Später kann das Leckerlie auch weggekullert oder geworfen werden.
  4. Wenn der Hund sich auch etwas in Richtung Deckel/Teppich bewegt, gibt es erneut einen Click und einen Jackpot.
  5. Wenn der Hund sich erneut in Richtung Deckel/Teppich bewegt, gibt es ab jetzt nur noch Click und Leckerchen.
  6. Berührt der Hund den Deckel/Teppich mit Pfote oder Nase gibt es einen Click und Jackpot.
  7. Ist der Hund zuversichtlich und berührt ein paar Mal den Deckel/Teppich mit Pfote oder Nase, kann man nun selektionieren. Ab jetzt wird nur noch eine Berührung mit der Pfote geclickt.

Je nachdem wie motiviert der Hund ist, beendet man die Übung schon nach Punkt 2. Es ist immer besser kurz und motiviert zu trainieren, als zu lange.

Während der ganzen Übung tut der Hundeführer nichts anderes, als clicken, Leckerchen geben, abwarten und beobachten. Natürlich darf zusätzlich stimmlich gelobt werden wink. Aber der Hundeführer gibt keine auffordernden Kommandos, zeigt nicht mit den Händen irgendwohin oder manipuliert den Hund anderweitig.

Vorteile des Shapings:

  • Währdend der ersten Shaping-Einheit lernt der Hund gleich, was der Clicker bedeutet und das der Hund ihn selber "auslösen" kann.
  • Der Hund lernt selbstständig Verhalten anzubieten, sich auszuprobieren, kreativ zu sein und sich darum zu bemühen eine Belohnung zu erhalten.
  • Der Hund gewinnt Selbstvertrauen, da er selbst beeinflussen kann, ob es eine Belohnung gibt.
  • Fehler geben einfach keine Belohnung, werden aber nicht bestraft oder grossartig beachtet.
  • Ist der Hund zu Beginn noch zu sehr abgelenkt, kann man einfach in eine ruhigere Umgebung gehen und den Hund gegebenenfalls anleinen. Ist der Hund an der Leine, sollte diese mindestens ca. 1.5m Spielraum lassen. Das Ende der Leine ist entweder z.B. an einem Tischbein befestigt oder man steht einfach drauf. Aber auch die Leine wird vom Hundeführer nicht genutzt, um den Hund zu manipulieren.
  • Der Hund lernt bereits während dem Erlernen das Verhalten bewusst auszuführen.
  • Der Hund entwickelt eine Eigenmotivation, sich zu bemühen erwünschtes Verhalten anzubieten. Dies kann auch im Alltag sehr hilfreich sein.
  • Shaping eignet sich perfekt, um mit einem Welpen das Training zu beginnen. Die Trainingseinheiten können leicht als 5 Minuten Sessions in den Alltag integriert werden. Es ist physisch keine Überforderung und der Welpe lernt bereits von Klein an zu lernen.